Brauerei Schwelm wohl endgültig vor dem Ende
Heute mal ein Thema, das gar nichts mit Kaffee zu tun hat, allerdings sehr viel mit der Stadt Schwelm: Wie die Lohbeck-Hauspostille der Schwelmer Stadtanzeiger heute berichtet, steht die Schwelmer Brauerei vor dem endgültigen Aus. Hintergrund ist, dass Gespräche mit einem möglichen Investor offensichtlich gescheitert sind – wenn auch erst einmal nur an verstrichenen Fristen. Besitzer Lohbeck wirkt – zumindest aufgrund seiner Statements im Artikel des Stadtanzeigers – trotzig. Statt in Kooperation mit Belegschaft und Insolvenzverwalter den Betrieb bis November aufrecht zu erhalten, um nach anderen Lösungen zu suchen, verkündet er den schnellstmöglichen Verkauf der Immobilie und Schließung der Brauerei wohl bis zum April. Das Nachtreten gegen die Mitarbeiter der Brauerei sei hier nur am Rande erwähnt.
Die Schwelmer fragen sich nun natürlich, was mit dem Brauerei-Gebäude und dem attraktiven Grundstück mitten in der Innenstadt passieren wird. Noch Anfang Januar hatte die Pass-Investment Interesse an der Übernahme der Immobilie bekundet, um darin mit einem Pächter die Brauerei weiter zu führen. Ob dieses Interesse auch ohne Brauereibetrieb besteht, steht in den Sternen. Ein Investor, der die Brauerei-Immobilie übernimmt, wird sich sicher finden lassen. Ob die zukünftige Verwendung dann der Stadt Schwelm und ihren Bürgern gefällt, steht auf einem anderen Blatt …
Die Schließung der Brauerei ist aus unserer Sicht ein herber Verlust für die Stadt Schwelm. Wir hoffen, dass es doch noch eine Lösung geben kann, die eine Weiterführung möglich macht. Und wenn nicht, wünschen wir uns einen Investor, der das Filetstück in der Innenstadt mit seinen imposanten Gebäuden einer sinnvollen Verwendung zuführt, die von den Bürgern angenommen wird und mindestens in dem Maße dem Image der Stadt Schwelm zuträglich ist, wie die Schwelmer Brauerei das war.
2 Kommentare to Brauerei Schwelm wohl endgültig vor dem Ende
[...] richtig die Bezeichnung des Schwelmer Stadtanzeigers als Lohbeck-Hauspostille im gestrigen Artikel über das Aus der Schwelmer Brauerei war, zeigt ein Artikel in der Westfälischen Rundschau von heute. Entgegen den Aussagen von Herrn [...]
29. Juli 2011
Hallo zusammen,
etwas merkwürdig dass selbst der Bürgermeister und die Verwaltung das Thema Brauerei (was schon etwas länger Bestand hat) gar nicht so ernstgenommen hat und jetzt wo es dem “Ende” zugeht versucht Initiative zu ergreifen. Es kann ja nicht vielleicht so sein, dass vielleicht doch der Platz wo die Brauerei steht für Wohnungen usw. genutzt werden soll? Nur weil ein Herr Dr. L. nicht Braumeister geworden ist und sich wohl etwas überschätzt hat, was einen guten Brauchef ausmacht, lässt er andere nicht ran, die es besser können. Tja mit Geld kann man eben nicht alles kaufen und vorallem nicht immer Fachwissen. Ich verstehe nur nicht, warum alle Schwelmer schimpfen und keiner mal Initiative ergreift. Die Stadt und das Stadtbild gehört den Bürgern und der Bürgermeister wird schließlich auch von den Bürgern letztendlich gewählt. Die Frage die ich mir stelle ist, welches Bier wird der Bürgermeister und Konsorten wohl auf der Tribüne des Heimatfestzuges trinken (vielleicht schmeckt das neue Bier ja noch besser, wenn seine Bürger ihm nicht zuwinken sondern ausbuhen). Wie kann es denn sein das Großkunden abspringen (schon mal was von Kundenaquise gehört?)? Wenn die “Aktion des Rettungsschirmes aufspannen” so spät greift, wo das “Kind schon in den Brunnen gefallen” ist es kein Wunder. Wenn so ein Projekt wie eine Traditionsbrauerei ins richtige Fahrwasser zu leiten ist, schon ein Problem ist, muss man ja befürchten, das in der Stadt eine gewisse Unfähigkeit besteht? Die Frage ist, ob dann noch zahlungsfähige Unternehmen bereit sind, in diese Stadt zu investieren. Vielleicht gehört mancher auch eher in das Luxustagungshotel, um auf den Sissi Stuhl zu sitzen und nachzudenken, was da wohl schief gelaufen ist? Wieso fragt sich auch jeder einzeln, ob das mit rechten Dingen zugegangen ist? Schon mal von einer Bürgerinitiative gehört? Wenn euch das wichtig ist, dann rafft euch auf und schaut nicht nur wie es dem Ende zugeht. Kauft erst mal jeder der Bier trinkt einen Kasten Schwelmer Bier (so zeigt ihr Solidarität) und das ist nicht nur Gerede, sondern eine Tat. Die Jungs der Belegschaft haben es verdient, dass das Bier jetzt nicht wie Sauerbier angeboten wird. Da steht viel Herzblut und menschliche Arbeit drin, also los. Lasst das Blut der Brauerei weiterlaufen und gibt nicht so schnell kampflos auf. Jeder ist doch stolz wenn er etwas geschaffen hat und der Geschmack stimmt doch. Nicht für einen, dem die Brauerei gehört, sondern für die Belegschaft.






4. Februar 2010